23 März 2013 - 19:30

Nach dem Rücktritt von Libanons Ministerpräsident Nadschib Mikati hat auch die Regierung ihren Rücktritt verkündet.

Nach dem Rücktritt von Libanons Ministerpräsident Nadschib Mikati hat auch die Regierung ihren Rücktritt verkündet.     Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch den Bürgerkrieg in Syrien erwies sich das bisherige Kabinett als in vielen Punkten uneinig. Zentrale Konfliktpunkte waren außerdem die Ernennung einer Wahlaufsichtsbehörde und die Verlängerung der Amtszeit von Geheimdienstchef Ascharf Rifi.   Präsident Michel Suleiman hat den Rücktritt Mikatis angenommen. Bis zur Bildung einer neuen Regierung soll er jedoch im Amt bleiben. Es ist allerdings ungewiss, ob der auf den 9. Juni festgelegte Termin für die Parlamentswahlen eingehalten werden kann.  Experten rechnen mit der Bildung einer Übergangsregierung.   Trotz Mikatis Bemühungen, den Libanon aus dem Konflikt im Nachbarland Syrien herauszuhalten, greifen Konflikte und Gewalt mehr und mehr auf den Libanon über, dessen Bevölkerung sich ebenfalls aus Angehörigen mehrerer Ethnien und Religionsgemeinschaften zusammensetzt.  Bisher wurde die Balance dadurch gehalten, dass der libanesische Ministerpräsident ein Sunnit, der Präsident ein Christ und der Parlamentspräsident ein Schiit sein müssen. Dieses Gleichgewicht gerät durch die Entwicklungen in Syrien zunehmend in Bedrängnis.